Karl Hans Janke

1909 - 1988

  • Spielen Sonnen-Systeme Handball und Fußball?, 1959, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm
  • Mondlandschaft, 1974, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm
  • Hypothetische Darstellung des Mondinneren, 1954, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm
  • Anlagerung von Materiestaubmassen, 1974, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm
  • Auf dem Merkur, 1974, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm
  • Lebenslauf der Sonnen-Systheme, 1974, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm
  • Landung auf dem Mond, 1954, Mischtechnik auf Papier, 30 x 42 cm

Als Karl Hans Janke im Jahre 1988 verstarb, hinterließ er hunderte von Zeichnungen und Modelle seiner unzähligen technischen Erfindungen, darunter höchst detaillierte Skizzen seiner Visionen von intergalaktischen Reisen und von fantastischen Flugmaschinen. Nach eigenen Aussagen galten seine Erfindungen und Ideen, die er bereits seit 1948 entwickelte, „ dem Wohl der Menschheit und der Verbreitung des Friedens.“ Mit seiner Erfindung des „Deutschen Atoms” und der „Raumelektrizität” erhoffte er, die Energieprobleme der Menschheit lösen zu können. Darüber hinaus entwickelte Janke seine eigene Kosmologie von der Entstehung der Erde, des Lebens und des Weltraums, bebildert durch seine Zeichnungen und beschrieben durch Vorträge.

Karl Hans Janke zeichnete seine Entwürfe in der Abgeschiedenheit der Psychiatrie Hubertusburg bei Leipzig in der ehemaligen DDR, wo er seit den 1950er Jahren bis zu seinem Tod 39 Jahre verbrachte. Dort erkannte man die Leidenschaft des unzweifelhaft technisch begabten Janke für das Zeichnen und stellte ihm sein eigenes Büro zur Verfügung. Von hier aus bastelte und zeichnete er, hielt er Vorträge und korrespondierte mit Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Janke bezeichnete sich als Erfinder, Ingenieur, Künstler und Original-Genie.

Geboren wurde Karl Hans Janke 1909 im pommerschen Kolberg, wo er als Einzelkind in kleinbürgerlichen Verhältnissen aufwuchs. Nach abgeschlossenem Abitur ließ Janke sich 1932 an der Universität Greifswald immatrikulieren wo er zunächst Zahnmedizin studierte. Das Studium schloss er nicht ab. Im Mai 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, doch nach einer Reihe von Zusammenbrüchen wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen und schließlich 1943 aus medizinischen Gründen vom Militärdienst befreit.

Karl Hans Jankes Arbeiten wurden im Jahre 2000, lange nach dem Fall der Mauer, wiederentdeckt. Der fantasievolle Nachlass und die Originalität seiner Weltallvisionen wurden posthum erkannt und anerkannt. Der Künstler Carsten Nicolai stellte ihn 2003 auf der Göteborger Biennale für Zeitgenössische Kunst aus; im Jahre 2013 wurde er in der Hayward Gallery in London gezeigt. Seine Arbeiten waren zuletzt 2014 in „Planning the Future“, der Eröffnungsausstellung von Delmes & Zander I Berlin, zu sehen.